Prävention in der Familie

Innerhalb der Familie ist die Prävention sexuellen Missbrauchs Aufgabe der Eltern. Ihre Erziehung kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Kinder gegen Übergriffe anderer stark gemacht werden. Hierzu gehört vor allem eine angemessen frühzeitige Sexualaufklärung des Kindes, die gute, gesunde Grundlagen legt. Sie thematisiert aber auch, dass es Menschen gibt, die Grenzen nicht einhalten wollen. Dies können Gleichaltrige, aber auch ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene sein. Die Betonung sollte dabei auf dem Unrecht ihres Handelns liegen. Wenn diese Botschaft ankommt, wird es den Kindern leichter fallen, ihre Eltern im Ernstfall anzusprechen.

Mehr zu einer entwicklungsgerechten und werteorientierten Sexualaufklärung in: Dr. Ute Buth: Sexualaufklärung – Von der unliebsamen Aufgabe zur besonderen Chance (Denkangebot 7).

 

Selbstbestimmung ernst nehmen

Die Selbstbestimmung über den eigenen Körper ist ein Grundwert der Sexualerziehung. Kinder brauchen eine Orientierung gegenüber der Flut von Informationen und sexualisierten Botschaften, die Gesellschaft und Medien vermitteln. Hier haben Eltern eine wichtige Aufgabe. Selbst wenn sie ihre Kinder aufklären und ihnen Werte vermitteln, sind Mitaufklärer am Start. Wenn sie ihre Kinder nicht aufklären und ihnen Werte vermitteln, dann werden es umso mehr andere tun.

Wertschätzend und ehrlich kommunizieren

Eltern können die sozialen Kompetenzen ihrer Kinder fördern. Schaffen Eltern eine Familienatmosphäre, in der über emotional Bedeutsames gesprochen wird, fällt es Kindern leichter, über ihre Bedenken, komische Gefühle oder gar schlimme Erlebnisse zu reden. Eltern, die über ihre eigenen Gefühle sprechen und auch Schwächen zeigen, sind ein wichtiges Vorbild, an dem ihre Kinder lernen können. Machen Kinder in der Familie die Erfahrung, dass Menschen zu demselben Erleben unterschiedliche Gefühle oder Wahrnehmungen haben können, fördert dies bei den Kindern den Mut, die eigene Wahrnehmung ernst zu nehmen. Manche Kinder brauchen die Ermutigung ihrer Eltern, Nein sagen zu dürfen. Andere müssen lernen, das Nein anderer zu akzeptieren.

Eltern sollten auch dafür sorgen, dass innerhalb der Familie keine „Geheimniskultur“ entsteht. Wer zuhause mitbekommt, dass Unangenehmes durch Schweigen aus der Welt geschafft wird oder jeder seine Probleme mit sich selber abmachen muss, kann dem Redeverbot der Täter nichts entgegensetzen. Die Grundhaltung der Familie im Umgang miteinander sollte von Liebe und Respekt geprägt sein. Niemand ist das schwarze Schaf. Jeder wird gehört und ernst genommen. Und gleichzeitig muss auch jeder die Grenzen des anderen respektieren. Prävention ist also kein einmaliges Gespräch, sondern Erziehungsalltag. Heutzutage ist es von herausragender Wichtigkeit, Kindern früh beizubringen, welche Gefahren während der Internetnutzung bestehen und wie sie sich schützen können.

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