Sexuelle Gewalt und ihre Folgen

Immer wieder erfahren Menschen sexuelle Gewalt. Sie hinterlässt tiefe Spuren in der Seele, die zerstörende Kraft haben. Wie können wir Gewalt präventiv entgegenwirken, und welche Hilfen gibt es für Betroffene?

Sexuelle Gewalt ist schlimme Realität

Sie gehören zu den erschütterndsten Vergehen, die Menschen an Menschen verüben können: sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt. Die Opfer leiden oft lebenslang seelisch und körperlich unter den Folgen. Und was alles noch viel schlimmer macht: Sie treffen nicht selten auf wenig Verständnis oder erleben sogar, dass die Taten vertuscht oder verharmlost werden. Manchmal einfach deshalb, weil andere gar nicht wissen wollen, was passiert ist.

Aber sexuelle Gewalt ist bestürzende Realität. Nur wenn wir uns ihr stellen, ihre Ursachen auffinden und Präventionsmaßnahmen ergreifen, können wir Betroffene unterstützen und auch potentielle Opfer schützen. Was passiert ist, lässt sich nicht ungeschehen machen. Aber eine sorgfältige Beratung und therapeutische Begleitung kann in vielen Fällen die Folgen lindern und Opfern den Weg zurück ins Leben möglich machen.

Schnelle Hilfe gibt es unter www.hilfeportal-missbrauch.de oder per Telefon unter 0800-22 55 530 (kostenfrei und anonym).

Auch in christlichen Gemeinden, Missionswerken und anderen Organisationen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, kommt es immer wieder zu Vorfällen von sexueller Gewalt. Institutionen tragen eine besondere Verantwortung, um den Schutz von Kindern und Jugendlichen zu gewährleisten, die ihnen anvertraut sind, und transparente Verfahren zu entwickeln, wie mit Verdachtsfällen umgegangen wird.

1. Was ist sexueller Missbrauch?

Sexueller Missbrauch umfasst eine Vielzahl von Handlungen, die als sexualisierte Gewalt bezeichnet werden. Missbrauch liegt nicht erst dann vor, wenn es zum vaginalen, analen oder oralen Geschlechtsverkehr kommt oder der Täter einen Orgasmus hat. Missbrauch kann mit oder ohne Berührung geschehen. So zählen zu sexueller Gewalt auch Voyeurismus, flüchtiges Berühren des Genitalbereiches und der Brust, sexuell belästigende Gespräche, SMS sowie E-Mails etc., das Angebot oder der Zwang, Pornografie an- oder dem Täter beim Masturbieren zuschauen zu müssen.

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2. Folgen sexuellen Missbrauchs

Sexueller Missbrauch traumatisiert. Die Tat führt Kinder und Jugendliche in eine emotionale wie körperliche Extremsituation. Sie können sich weder gegen den Täter wehren noch vor ihm weglaufen. Je enger der Täter mit dem sozialen Umfeld verbunden ist, desto auswegloser ist ihre Situation. Die Grenzen der Persönlichkeit werden schwer verletzt und die eigene Würde bis ins Mark erschüttert. Viele Betroffene fühlen sich wie ein wertloser Gegenstand, über den nach Belieben verfügt werden kann.

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3. Gibt es bevorzugte Opfer?

Jedes Kind kann ein Opfer sexualisierter Gewalt werden. Dennoch gibt es erkennbare Faktoren, die zusätzlich gefährdend wirken, und andere, die eine Tat erschweren. Dies darf nicht zu der Folgerung verleiten, die Kinder oder ihre Eltern seien irgendwie mitschuldig an dem Vergehen. Die Schuld für die Tat trägt immer allein der Täter. Aber es gibt Chancen, Kinder gegen die Gefahr zu stärken, selbst zum Opfer zu werden.

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4. Gibt es bestimmte Merkmale bei Tätern?

Man sieht Tätern ihre Täterschaft nicht an. Sie kommen aus allen sozialen Schichten und aus allen Generationen. Sie sind weder durch äußere Merkmale noch durch ihren Lebensstil von anderen zu unterscheiden. Das schafft eine Spannung: Die Schwere des Vergehens und der Folgen drängen darauf, nach möglichen Anhaltspunkten zu fragen, um Täter zu überführen. Andererseits: Jemandem einen Missbrauch zuzutrauen ist es ein schwerwiegender Verdacht, der u. U. die Biografie eines Menschen nachhaltig zerstören kann, auch wenn er sich anschließend als schuldlos erweist. Statistische und andere Beobachtungen dürfen deshalb nie dazu dienen, Personen und Gruppen unter einen Generalverdacht zu stellen. Dennoch können sie eine Hilfe sein, Gefährdungen zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

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5. Zahlen – Fakten – Paragraphen

Hinter jedem Missbrauch steht ein persönliches Schicksal, stehen Leid, Scham und ein Verlust an Lebensfreude. Darüber sollte keine Statistik hinwegtäuschen. Dennoch kann es wichtig sein, Entwicklungen zu erfassen und Folgerungen daraus zu ziehen. Wichtig ist auch, die Rechtslage zu kennen, um ggf. die Möglichkeiten und die Grenzen des eigenen Handelns abschätzen zu können.

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6. Was tun im Verdachtsfall?

Sexueller Missbrauch kann leider überall vorkommen. Dann ist es wichtig, dass Menschen wach und zugleich besonnen handeln. Vorrang hat immer der Schutz gefährdeter oder betroffener Kinder und Jugendlicher. Notwendig ist aber auch, Menschen vor einem unberechtigten Verdacht zu schützen. Schnelle Hilfe gibt es beim Hilfeportal Missbrauch (Link: www.hilfeportal-missbrauch.de), Hotline 0800-22 55 530 (kostenfrei und anonym).

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7. Prävention

Das Beste ist, wenn es gar nicht erst zu einem sexuellen Missbrauch kommt. Es gibt zwar keine letzte Sicherheit, aber man kann viel dafür tun, um solche Taten zu erschweren. Man kann Heranwachsende stärken, zu jedem Versuch in diese Richtung klar Nein zu sagen, sich zu wehren und Hilfe zu suchen. Man kann auch die sozialen Zusammenhänge, in denen Heranwachsende u. U. Tätern ausgesetzt sein können, so transparent gestalten, dass übergriffiges Verhalten schnell bemerkt wird. Allein dadurch, dass das Thema offen angesprochen wird und in einer Gruppe präsent ist, werden potenzielle Täter bis zu einem gewissen Grad abgeschreckt.

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