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Wunderbarer Körper

Wunderbarer Körper

Ausgabe: Nr. 76 - I/2019

Veröffentlicht: 13.03.2019

Dr. Ute Buth, "Und siehe, es ist alles sehr gut"

Vera Falk, "Frieden, Frauen und unvollkommene Körper"

Leserbriefe

"Freiheit ist möglich - Vom Ausweg aus suchtartigem Pornokonsum"

Martin Leupold, "Theologische Notizen: Gottes Ja zum Körper"

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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

„Schönheit liegt im Auge des Betrachters.“ Der Satz stammt von Thukydides, also aus dem 5. Jahrhundert vor Christus. Heute ist er zum geflügelten Wort geworden. Gern wird er zitiert, wenn jemandem etwas eigentlich nicht gefällt, er aber niemanden kränken will. Meist gebrauchen wir ihn in dem Sinn, dass man über Schönheit nicht streiten kann. Was als schön empfunden wird, entscheidet jeder selbst.

Aber stimmt das? In Wahrheit wird unser Schönheitsempfinden maßgeblich durch äußere Einflüsse bestimmt. Frühkindliche Erfahrung und Erziehung prägen uns tief. Auch von Menschen, die uns nahe stehen, lassen wir uns beeinflussen. Gesellschaftliche Trends haben eine entscheidende Bedeutung. Wie sonst ist es zu erklären, dass es zu allen Zeiten Standards gab, was als schön galt und was nicht? Zunächst ermöglichen solche gemeinsamen Maßstäbe überhaupt erst ein gemeinsames ästhetisches Empfinden. Aber wenn natürliche Phänomene des menschlichen Körpers und die Vielfalt seiner Gestalten dadurch als negativ empfunden werden, können sie zum Problem werden.

Die wunderbare Schöpfungsgabe der Sexualität ermöglicht den Ehepartnern einzigartige körperliche Erfahrungen. Und sie lässt neues Leben entstehen. Aber sie ist auch verbunden mit körperlichen Funktionen, die immer wieder als unästhetisch oder sogar beschämend erlebt werden. Dr. Ute Buth erschließt diese Phänomene aus frauenärztlicher Sicht als perfekt aufeinander abgestimmtes Wunderwerk der Schöpfung. Sie ermutigt zu einer unbefangenen Wahrnehmung und zur dankbaren Annahme dieser körperlichen Aspekte.

Wenn die natürliche Vielfalt menschlicher Körper in enge und phantasielose Raster eingespannt wird, wie Männlichkeit und Weiblichkeit zu sein hat, kann alle Freude am Leben verlorengehen. Vera Falk zeigt die Verwerfungen auf, die tyrannische Schönheitsideale bei Frauen auslösen können. Sie plädiert entschieden für eine Annahme der Individualität und Originalität, mit der Gott jeden Menschen begabt, und gibt dazu geistliche und praktische Impulse.

Nikolaus Franke greift eine konkrete Frage auf, die sich nicht selten ergibt, wenn sich zwei Menschen sehr nahe kommen. In den Theologischen Notizen zeige ich anhand eines Beispiels aus der frühen Kirchengeschichte, dass die Abwehr gegenüber der körperlichen Seite des Geschlechtlichen die ganze Menschheitsgeschichte durchzieht. Auch das Christentum ist davon geprägt – gegen das Zeugnis der Bibel! Außerdem weisen wir auf einige unserer Projekte und zwei neu erschienene Bücher hin.

Ich wünsche Ihnen eine gewinnbringende Lektüre und Gottes Segen

Ihr Martin Leupold

Leiter Weißes Kreuz e. V.

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