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Wer trauert um 303 tote Babys täglich?

Wer trauert um 303 tote Babys täglich?

Ausgabe Nr. 43 - III/2010

Veröffentlicht: 15.09.2010

Aus dem Inhalt

Hartmut Steeb, "Geleitet per Satellit oder was?"
Bernward Büchner, "Zum Lebensschutz vor der Geburt - Anspruch und Wirklichkeit"
Anonym, Erfahrungsbericht "Etappen zwischen Tod und Leben"
Dr. Ute Buth, "Ein perfektes Kind, bitte!?"
Anonym, "Ein Gast auf Erden... Dreißig Stunden auf dem Weg zur Ewigkeit"
Kornelia Völling, "Unikate sind kostbar - Entscheidung für das Leben unseres behinderten Kindes"

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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!

Wer dem Geringen Gewalt tut, lästert dessen Schöpfer. Spr. 14, 31.

In dem Theaterstück „Das große Welttheater“ aus dem Jahre 1655 lässt Pedro Calderón de la Barcas Gott bereits zu den Ungeborenen sprechen und ruft sie ins Leben. Im Vorspiel freut er sich:

Denn vor Meinem Angesicht

Seid ihr, eh ihr noch geboren.

Die tragischste Figur des Stücks ist das „ungeborene Kind“. Als die Welt es beschenken will, entgegnet das Kind resigniert:

Ach, zu meinem Lebenslauf

Kann ich deiner ganz entbehren.

Hätte Calderón in unseren Tagen gelebt, hätte er womöglich nicht nur den Schöpfer die Wahl über Leben und Tod der Ungeborenen treffen lassen. Denn heute spielt der Mensch selbst „el autor“ – Schöpfer, Urheber, Qualitätsprüfer, Lebensrichter.

Die Ausgabe, die Sie in der Hand halten, stellt diese moderne, düsterere Version des Welttheaters 2010 in den Mittelpunkt. Hartmut Steeb illustriert uns in einer Andacht Gottes Zuspruch der Menschenwürde. Dass daraus in Deutschland nicht zwingend folgen muss, dass das ungeborene Kind auch ein Lebensrecht besitzt, analysiert der Vorsitzende der Juristen-Vereinigung Lebensrecht e.V., Bernward Büchner, indem er nach 15 Jahren Schein-Beratung ein Fazit zieht. Auch die Thematik der vorgeburtlichen Diagnostik wird in diesem Heft aufgegriffen. Unsere Fachberaterin für Frauenheilkunde Dr. Ute Buth klärt profund über Risiken und Möglichkeiten auf. Sie verfasste auch den beiliegenden Flyer und die Inhalte auf unserer neuen Themenseite www.ungeborenes-leben.de.

Doch wir möchten uns dem Lebensrecht nicht nur von fachlicher Seite nähern. In drei Lebenszeugnissen feiern wir deshalb den Wert des Kindes – sei es behindert oder gesund, lebensfähig oder chancenlos, erwünscht oder ungebeten. „Feiern“, mag man denken, „ist ja wohl das unpassendste Wort.“ Und doch: Erst wenn hierzulande wieder jeder Mensch, jede Schwangerschaft, jede Geburt ein gefühltes Fest bedeutet, wird ein Verständnis geweckt werden, dass wir trauern müssten – über die 303 Tragödien, die jeder Tag in Deutschland bringt.

Segensreiches Lesen wünscht Ihr

Nikolaus Franke

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