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Wenn Phantasien im Kopf kippen

Wenn Phantasien im Kopf kippen

Ausgabe: Nr. 58 - II/2014

Veröffentlicht: 28.07.2014

Aus dem Inhalt:

Rolf Trauernicht, Andacht zu Römer 12,2: "Und seid nicht gleichförmig dieser Welt...."

Jörg Berger, "Heimliche Wünsche - Von außerehelichen Phantasien zu einer lebendigen Ehe"

Jörg Berger, "Außereheliche Phantasien in der Beratung"

Markus Hoffmann, "Wenn Phantasien zur Gefahr werden"

Nikolaus Franke, "Lektorat am inneren Drehbuch" Anonym, "Sexuelle Phantasien - Bericht einer Reise zur Reife"

Dr. Ute Buth, "Vom Gift des Vergleichens"

Rolf Trauernicht, "Nackt vor Gott"

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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

mit dem Thema „Sexuelle Phantasien“ gehen für mich zwei Extreme einher. Einerseits sind die inneren Bilder und Filme so intim und persönlich, dass sie hinter der Stirn verborgen bleiben wollen. Darüber zu reden, welches denn die eigenen Phantasien sind, käme einem Offenbarungseid gleich. Andererseits werden wir geradezu überschwemmt mit sexualisierten Bildern, die uns via Kino, Internet, Fernsehen oder Handy erreichen. Da scheint gar nichts mehr tabu zu sein. Im beraterischen Alltag habe ich immer wieder mit Menschen zu tun, deren Phantasien von ihnen Besitz ergriffen haben, so dass sie verstrickt sind in Abhängigkeiten oder wie besessen sind von Sehnsüchten und Bildern im Kopf, die zu ihrer partnerschaftlichen Sexualität nicht passen und deshalb die Beziehung belasten. Ich selber möchte aber noch einen anderen Blickwinkel einnehmen, wenn es um sexuelle Phantasien geht. Nach 1. Mose, Kapitel 1 hatte Gott die Schöpfung bereits vor Augen und rief sie dann ins Leben. Er sah, was noch nicht war, und ließ es Wirklichkeit werden. Die Phantasie des Schöpfers war Voraussetzung für den Schöpfungsakt. Als Ebenbilder Gottes benötigen wir Phantasie, um unser Leben gestalten zu können. Sie ist eine gute Gabe Gottes. Durch sie können wir Ziele anvisieren und dann unsere Entscheidungen nach ihnen ausrichten. Dies gilt für alle Lebensbereiche und deshalb auch für die Sexualität. Intimität und Zärtlichkeit bereits vor Augen zu haben, bevor diese Nähe real erlebt wird, weckt die Leidenschaft füreinander, ist Ausdruck der Schöpferkraft und beflügelt die Kreativität der Zweisamkeit. Eine Vision für die gemeinsame Sexualität zu haben und zu behalten, stärkt die Bindung zwischen Mann und Frau. Insofern sollten sexuelle Phantasien nicht den Schmuddelecken kampflos überlassen werden. Allerdings bleibt das Spannungsfeld zwischen Freiheit und gesunden Grenzen auch in diesem Bereich bestehen. Phantasievolle Sexualität braucht die Fähigkeit zur Unterscheidung als Gefährtin. „Was fördert unsere Partnerschaft? Was lässt uns Verbundenheit erleben?“ Solche einfachen Fragen können helfen, Phantasien, die Freiheit und Segen bedeuten, zu unterscheiden von denen, die am Ende bittere Früchte hervorbringen. Ich bin sicher, dass diese Ausgabe dazu beitragen wird, die Unterscheidungsfähigkeit zu schärfen.

Es grüßt Sie herzlich Ihr Kai Mauritz

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