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Liebe ist nicht käuflich - Sexualität und Menschenwürde

Liebe ist nicht käuflich - Sexualität und Menschenwürde

Ausgabe: Nr. 57 - I/2014

Veröffentlicht: 10.02.2014

Pfarrer Dirk Scheuermann, "Wo Schranken zwischen Menschen fallen"

Prof. Dr. Thomas Schirrmacher, "Sexualität und Menschenwürde"

Stefan Kanke, "Sexualisierung des Alltags" Gerhard Steier, "Abtreibung, Sexualität und Menschenrecht"

Hubert Hüppe, "Ist der menschliche Embryo Träger von Menschenwürde?"

Sabine Constabel, "Frauen sind keine Ware" Anonym, "Dis-Tanzen"

Stefan Schmidt und Markus Hoffmann, "'Sexuelle Identität' und Selbstentwurf"

Pfarrer Matthias Franke, "Abgeschnittene Blumen"

Dr. Jakob Pastötter, "Intimoperationen und Körperbild" Anonym, "Menschenhandel und Prostitution"

Rolf Trauernicht, "Sex braucht Bindung"

Jean Kilbourne, "Sexistische Werbung, früher und heute"

Andreas Huckele, "Über das Schweigen" Tobias Teuscher, "Wird die EU eine Zweiklassengesellschaft?"

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Editorial

Sexualität und Menschenwürde

Ist die Welt in Deutschland nicht im Wesentlichen in Ordnung? Sexarbeit ist gesetzlich legalisiert, wir haben einen hohen Menschenrechtsanspruch – und damit eine weiße Weste?
Und doch brodelt und bröckelt es an allen Enden. Das vorliegende Heft stellt das vermeintlich Heile unserer Welt zur Diskussion. Es ist ein Heft, das vor lauter Tabu-Themen strotzt und trotzt.

Zu den meisten dieser Themen hat man als Durchschnittsbürger „allenfalls eine private Meinung“ – zu haben – oder ist „einfach nicht gut genug informiert“. Wie sollte man ein „Gut-informiert-Sein“ auch rechtfertigen? Und wie soll man sich auskennen in einer Welt jenseits der eigenen Lebensrealität und mitunter auch der sozialen Ekelschranke, wie es Pfarrer Scheuermann in der Andacht auf den Punkt bringt? Das vorliegende Heft baut eine gewisse Brücke, hin zu Menschen, die in einem Bereich arbeiten, wo die Menschenwürde sexuell in Frage gestellt ist. Wir bedanken uns daher ausdrücklich bei den Autoren, die sich mutig auf den Weg gemacht haben, um uns als selbst Betroffene oder als Fachkundige Einblicke zu ermöglichen.
„Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ Unser Grundgesetz verankert in der Theorie ein hehres Ziel: Doch in der Praxis ist die Würde des Menschen sehr wohl und vielfältig antastbar – und das keineswegs nur in anderen, fernen Ländern. Denn selbstverständlich birgt ein Gesetzestext in sich noch keine Garantie, dass er auch praktische Anwendung findet. Wie die Beispiele in diesem Heft zeigen, ist in manchen Bereichen das Gegenteil der Fall.
So entsteht eine verfremdete Realität, die in der Praxis jeder Grundlage entbehrt. So wie in dem Märchen „des Kaisers neue Kleider“ eine abstruse Wirklichkeit geschaffen wurde: Wenn alle definieren, der Kaiser ist nicht nackt, obwohl man es beim besten Willen nicht übersehen kann, wer bin ich dann, die Wahrheit auszusprechen? In der Erzählung des Kaisers war es ein Kind, das unverblümt die Wahrheit aussprach. Jesus macht deutlich: „… wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich hinein kommen.“ Wir machen Ihnen Mut, sich diesen Rat Jesu zu Herzen zu nehmen und die tatsächliche Wirklichkeit in Sachen Sexualität und Menschenwürde nicht nur wahrzunehmen, sondern auch mutig auf die individuelle und die gesellschaftspolitische Tagesordnung zu setzen, offen für Opfer einzutreten und auf offensichtliche Sackgassen in den gängigen Diskussionen hinzuweisen. Denn mitten in Deutschland geschehen vielfältige Entwürdigungen und Entrechtungen – tagaus, tagein, an den Schwächsten unserer Gesellschaft, die sich meist nicht selbst helfen können. Sich der Armen und Unterdrückten anzunehmen, ist ein Gottesdienst, der Gott gefällt (Jak. 1,27).
Den Opfern eine Stimme zu geben – weg von der Ignoranz – ist ein erster Schritt zur Wiederherstellung der menschlichen Würde. Den wollten wir gehen. Wir hoffen, Ihnen mit dieser 32-seitigen Ausgabe Mut zu machen, mit uns gemeinsam für die Menschenwürde einzutreten – wo immer sie verkürzt, verkehrt, geraubt oder abgesprochen wird.

Es grüßt Sie herzlich, Ute Buth

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