Mediathek

Medien & Materialien

Arbeitsheft 2 - Ehe oder Lebensgemeinschaft

Arbeitsheft 2 - Ehe oder Lebensgemeinschaft

Arbeitsheft 2 - Ehe oder Lebensgemeinschaft

Arbeitsheft 2 als PDF herunterladen

Liebe Leserinnen und Leser,

immer mehr Menschen haben mit der jahrtausendealten Einrichtung der Ehe Schwierigkeiten. Jung bis Alt ziehen zusammen, ohne sich im Sinne des Eherechts zu binden. Mittlerweile haben ca. 80 % der Menschen, die heiraten, vor der Hochzeit mit ihrem Partner zusammengelebt. Aus welchen Gründen verzichten die Menschen auf die eheliche Bindung? Sie ist eine bewährte Institution, für Mann und Frau geschaffen. Sicher bieten alternative Formen des Zusammenlebens viele Facetten, die einer Ehe gleichen. Doch nach wie vor ist die Ehe die Rechtsform für Mann und Frau, die in Deutschland von den meisten Paaren gewählt wird und die ihre faszinierende Bindekraft erst dann entfaltet, wenn sie von zwei Menschen gewagt wird.

Wir werben für die Ehe. Sie ist und bleibt für das Beziehungsverhältnis von Mann und Frau aus unserer Sicht uneinholbar. Bei allem Glück, das Menschen in alternativen Lebensformen finden können, ist die Ehe nicht zu überbieten. Wir sind realistisch genug, um zu wissen, dass es auch Paare gibt, die in der Ehe scheitern. Die Ehebeziehung will gepflegt und gelebt werden. Immer mehr Gemeinden und Jugendarbeiten sind von den gesellschaftlichen Tendenzen, von der Ehe weg und hin zu weniger verbindlichen Formen des Zusammenlebens, betroffen. Die Verantwortlichen tun sich schwer, eine eigene Positionierung vorzunehmen oder zu begründen. Welche Argumente gibt es? Was spricht für die Ehe? Und wie bringt man diese Argumente Betroffenen nahe, ohne sie zu „verprellen“?

Ergebnis dessen ist, dass die Orientierungslinien in vielen Gemeinden verblassen und sich Einzelne dann an den Lebensumständen orientieren, in denen sie in dieser modernen Welt unterwegs sind. Auch seelsorgerlich führt diese Spannung zwischen begründeter durchaus biblischer Tradition und moderner Entwicklung in manche „Seelennot“. Manchmal eskaliert aber auch die Stimmung in der Gemeinde. Dann erreichen uns Schreiben wie das Folgende: „Unser Jugendleiter ist jetzt mit seiner Freundin zusammengezogen. Wir sind im Leitungskreis unterschiedlicher Meinung, wie wir damit umgehen sollen. Müssen wir uns daran gewöhnen, dass das immer mehr üblich ist?“ Eine andere Gemeinde schreibt: „Bei uns will jemand Mitglied werden, der als Witwer mit einer Alleinstehenden zusammengezogen ist. Wir fragen uns, ob wir das in dem Alter dulden sollten. Aber was heißt das dann für jüngere Paare, die auch wirtschaftliche Gründe vorgeben, warum sie nicht heiraten?“

Wenn aus solchen Wertkonflikten Streit und aus Streit Austritte, Trennungen und Spaltungen resultieren, kann das Thema eine ganze Gemeinde lähmen.

Deswegen möchten wir auf solche und ähnliche Fragestellungen mit diesem Arbeitsheft reagieren. Wir wollen informieren, Hintergründe dieser Entwicklung darstellen, theologische, juristische, soziologische und psychologische Aspekte ausführen und vor allem für die Ehe werben. Für den Dialog möchten wir Argumente an die Hand geben. Wir bemühen uns um praktische Hilfestellungen, wie man in Gemeinden über dieses Thema ins Gespräch kommen kann. Dabei bieten wir Lösungsmöglichkeiten für Seelsorger und Gemeindeleitungen. Es ist unser Wunsch, dass durch dieses Arbeitsheft Gemeinden neu über die Ehe, ihre Begründung, ihr Zustandekommen und über die mit ihr verbundenen von Gott geschenkten Möglichkeiten ins Gespräch kommen und Menschen für ihre individuelle Situation Entscheidungshilfen finden. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Gedanken zu dem Thema schreiben. Denn für uns gilt: Wir werden weiter an dem Thema arbeiten und interessieren uns für Ihre Erkenntnisse und Lösungen dazu.

Im Namen des ganzen Redaktionsteams grüßt Sie herzlich

Ihr

Rolf Trauernicht

Zurück zur Übersicht Bestellen