Mediathek

Medien & Materialien

Arbeitsheft 1 - Pornografie

Arbeitsheft 1 - Pornografie

Arbeitsheft 1 - Pornografie

Arbeitsheft1 als PDF herunterladen

Editorial

Liebe Betroffene und Berater,

liebe Konsumenten und Interessierte, fragt man uns nach dem Hauptschwerpunkt unserer Arbeit beim Weißen Kreuz, müssen wir leider seit Jahren antworten: Pornografie. Es dürfte wenige Anlaufstellen in Deutschland geben, wo so viele Pornosüchtige nach Heilung, Erzieher nach Methoden, Angehörige nach Trost, Leiter nach Sprache, Seelsorger nach Rat, Teenager nach Orientierung gesucht haben, um den Folgen der onlinesexuellen Revolution zu trotzen. Was sie schreiben und erzählen, ist für die Einzelnen ebenso traurig wie alarmierend für das Gesamtbild, das diese Lebenszeugnisse von unserer Gesellschaft zeichnen:

„Bei mir war es so, dass ich mit 12 die ersten Pornos geschaut habe, als ich bei älteren Kumpels zu Besuch war. Dann hab ich langsam angefangen, die Sachen von ihnen zu sammeln und als ich mit 14 einen eigenen Internetrechner in mein Zimmer bekommen hatte, hab ich mir ständig Pornos angeschaut. Eigentlich täglich. Heute bin ich 24 und habe JAHRELANG hinter dem Rücken meiner Eltern, meiner Freundin(nen) alles Mögliche angeschaut. Meine jetzige Freundin hat mich mal ertappt und war richtig verletzt. Ich musste ihr versprechen, künftig keine Pornos mehr zu konsumieren. Das Versprechen habe ich seitdem fast jeden Tag gebrochen … Also ich will aufhören, ich schaff es aber nicht. Wie kriege ich das hin? Ich will sie nicht mehr betrügen und das schlechte Gewissen zehrt auch an meiner Kraft als Christ.“

„Ist es ok, wenn wir als Paar Pornos schauen, um uns anzutörnen?“

„Ich habe im Verlauf unseres Rechners Seiten gefunden, die mir zu denken geben. Darunter sind wirklich abstruse Sachen. Den Rechner nutzen neben mir unsere Kinder (zwei Söhne, 7 u. 12, eine Tochter, 14) und mein Mann. Ich denke, es war mein Mann, der die Seiten aufgerufen hat. Wie konfrontiere ich ihn richtig? Ich muss ja auch die Kinder schützen! Ich will da eigentlich nicht drüber reden, denn es ist einfach nur gruselig.“

„Ich bin 57 und habe auf Arbeit auf Pornoseiten gesurft. Jetzt bin ich deswegen gekündigt worden. Was nun?“

Aus den Erfahrungen bei der Begleitung von Betroffenen und aus den Begegnungen mit anderen Aktiven ist das vorliegende Sonderheft entstanden. Es ist wie ein Lehrbuch gedacht. In kurzer Zeit wird viel Wissen und Hilfen zu dem Thema vermittelt – aus christlicher und wissenschaftlicher Perspektive. Es ist unser Wunsch, dass dadurch auch für Laien die Wirkungszusammenhänge verständlich werden, die den Einzelnen und unsere Gesellschaft verarmend verändern. Und weiter verändern werden, wenn ihnen nicht radikal entgegengetreten wird in persönlicher Entscheidung, Bildung, Begleitung, Gebet und aktiver Konfrontation.

Es grüßen Sie herzlich

Rolf Trauernicht                     Nikolaus Franke

Zurück zur Übersicht Bestellen