Grundlagen der Beratung

Wer Menschen berät, kann einen bedeutenden Einfluss auf lebenswichtige Entscheidungen gewinnen. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, verfügen die Beraterinnen und Berater des Weißen Kreuzes über eine geeignete Qualifizierung, die den Kriterien der German Association of Christian Counsellors (ACC) oder der Deutschen Gesellschaft für Beratung (DGfB) entspricht. Alle unsere Beratungsstellen haben sich auf unsere Beraterethik verpflichtet, die Sie hier herunterladen können:

Beraterethik hier herunterladen

Wie religiöse oder ethnische Unterschiede haben auch solche im Bereich der Sexualität immer wieder zu Diskriminierungen geführt. Das Weiße Kreuz hat deshalb eine Antidiskriminierungserklärung verabschiedet, die ebenfalls zu den Grundlagen unserer Arbeit gehört.

zur Antidiskriminierungserklärung

Beratung im Kontext geschlechtlicher Diversität

Gemäß den Richtlinien der WHO ist Homosexualität keine gesundheitliche Störung. Dementsprechend sind auf die sexuelle Orientierung gerichtete Therapien und Heilungsversuche unzulässig. Diese Einschätzung vertritt auch das Weiße Kreuz. Zugleich gibt es Menschen, die gleichgeschlechtliche Anziehung erleben und für die sich aus unterschiedlichen Gründen damit ein Konflikt verbindet. Beraterinnen und Berater, die Menschen in solchen Fragen begleiten, nehmen die Anliegen und Überzeugungen der Ratsuchenden ernst. Gemeinsam wird in ergebnisoffenen und fachlich verantworteten Klärungsprozessen erarbeitet, worin die erlebten Konflikte begründet sind und welche individuellen Möglichkeiten es gibt, damit umzugehen.

Am 7. Mai 2020 hat der Deutsche Bundestag das Gesetz zum Schutz vor Konversionsbehandlungen beschlossen. Es gilt für „alle am Menschen durchgeführten Behandlungen, die auf die Veränderung oder Unterdrückung der sexuellen Orientierung oder der selbstempfundenen geschlechtlichen Identität gerichtet sind“ (6). Die so definierten Behandlungen sind nur noch an erwachsenen und voll einwilligungsfähigen Menschen zulässig. Es ist verboten, solche Behandlungen anzubieten, zu vermitteln und dafür zu werben. „Seelsorgerische oder psychotherapeutische Gespräche, die einen Austausch über die Lebenssituation des Betreffenden, über etwaige Glaubensgebote oder den Umgang mit der eigenen sexuellen Orientierung zum Gegenstand haben, stellen … regelmäßig keine Konversionsbehandlungen dar.“ (14)

Die umfassende Beachtung des gesetzlichen Rahmens und der geltenden fachlichen Standards ist selbstverständlicher Bestandteil der Beraterethik des Weißen Kreuzes. Sollten in der Beratungsarbeit Fragen auftreten, wie das Gesetz zum Schutz von Konversionsbehandlungen dabei zu berücksichtigen ist, wird das Weiße Kreuz die im Gesetz vorgesehene Fachberatung in Anspruch nehmen.

(Zitate nach Drucksache 19/17278 vom 19.02.2020, Deutscher Bundestag, 19. Wahlperiode, Seitenzahlen in Klammern)